Drei Zutaten, zwei Spitzenköche, ein Event

Zur dritten #SharedKitchen by Nenad traf Westschweizer Kochkunst auf Deutschschweizer Spitzenküche: Mit Marie Robert holte sich Nenad Mlinarevic ein Schweizer Nachwuchstalent zum Austausch und zum gemeinsamen Kochen ins Kochstudio.


Sie gehören zu einer neuen Generation Schweizer Köche: Nenad Mlinarevic und Marie Robert. Im Rahmen der #SharedKitchen by Nenad trafen sich die beiden Profis zu einem kulinarischen Austausch zwischen der Romandie und der Deutschschweiz. Neben den beiden Köchen standen drei weitere Hauptakteure im Zentrum des Events: die Lieblingszutaten von Marie. Diese wurden von den beiden jeweils auf ihre eigene Art und Weise interpretiert und in zwei kreative Dreigangmenüs verwandelt. Zudem tauschten sich die beiden Köche über ihre gemeinsame Leidenschaft aus und liessen die Community in den Genuss ihrer Kreationen kommen.


Regional und nahbar – einmal clean, einmal verspielt


Marie und Nenad haben viele Gemeinsamkeiten: Sie sind jung, leidenschaftlich und mit ihren Konzepten in der Schweizer Kulinarik erfolgreich. Dennoch ist bis zur #SharedKitchen by Nenad noch kein Treffen der beiden Spitzenköche zustande gekommen. So entstand schliesslich auch die Idee, die beiden Köche zu einem kulinarischen Aufeinandertreffen einzuladen. Auf Basis der drei Lieblingszutaten von Marie Robert wurden die beiden aufgefordert, spannende Gerichte für die Community zu kreieren. Eine Herausforderung, die auch den Profis gefiel: «Ich war begeistert, als ich Maries Lieblingszutaten erhielt. Es handelt sich um drei tolle Basiszutaten, die man vielfältig einsetzen kann», erzählte Nenad.


Die Lieblingszutaten von Marie Robert stammen alle aus lokalen Produktionen. «Mich fasziniert das traditionelle Handwerk. Daher versuche ich, möglichst viele regionale Zutaten zu verwenden», so Marie. Eine weitere Gemeinsamkeit, die die Westschweizerin mit Nenad teilt, denn wie Nenad erläuterte sei Regionalität auch in seiner Küche ein wichtiges Thema: «Früher entwickelte ich zuerst Ideen für Gerichte und habe mich dann nach den passenden Zutaten umgesehen. Mittlerweile schaue ich zuerst, welche Zutaten bei meinen Lieblingsproduzenten verfügbar sind und kreiere meine Gerichte im Anschluss.»


Hohe Qualität, frische Produkte, lockere Atmosphäre: Wo der Zürcher Spitzenkoch Nenad auf klare Formensprache setzt, darf bei Marie eine Prise Extravaganz nicht fehlen. So erinnert ein fertiges Gericht der Köchin auch gerne mal an ein Kunstwerk. Dies spiegelt sich auch in der Menükarte wider, zum Beispiel in ihrem aktuellen Menü der «Carte Rouge»: «Andere Köche nummerieren ihre Menüs, ich gestalte meine lieber nach Farben. So erhält jede Saison ihre eigene Identität», so Marie. 


Die Spitzenköche sind sich aber einig, dass grundsätzlich der Spass an qualitativ hochwertigem Essen im Zentrum stehen muss.



Fleur des Alpes, Huile de Noix und Raisinée de Pomme


Im Mittelpunkt der #SharedKitchen by Nenad: die drei Lieblingszutaten von Marie Robert. «Das Huile de Noix und das Fleur des Alpes kannte ich bereits – die Raisinée de Pomme war für mich aber neu», kommentierte Nenad die mitgebrachten Zutaten. Die Aufgabe für Nenad und Marie lautete, aus den Zutaten ein dreigängiges Menü für die Community zu kreieren. Bei der Vorspeise entschieden sich beide für eine Kombination aus Fisch und Randen. Während Nenad seine Lachsforelle mit Randen auf Fleur des Alpes und mit einer Zwiebelvinaigrette servierte, setzte Marie auf eine Kreation aus in Fleur des Alpes gebeiztem Lachs, Avocado und einem Pfeffersablé. «Ich finde es amüsant, dass wir bei der Vorspeise ähnliche Zutaten gewählt haben», schmunzelte Marie. Dennoch trugen beide Gerichte klar die verschiedenen und individuellen Handschriften der beiden Köche.


Das Huile de Noix für den zweiten Gang interpretierten dann beide Köche anders. Marie blieb beim Fisch und servierte den Gästen Felchenkroketten mit Huile de Noix und Topinambur-Püree, dekoriert mit Nüssen und Speck. Nenad verwendete das Huile de Noix hingegen in einer Knollensellerie-Essenz. «Das Erdige vom Knollensellerie passt wunderbar zum nussigen Aroma des Öls», erklärte er.


Zum Abschluss verwöhnten Marie und Nenad die Gäste mit ihren Dessertkreationen rund um die Raisinée de Pomme. Nenad kombinierte die Apfelmelasse gekonnt mit Milchglacé mit Zitronenthymian, einem Apfelkompott und Baumnussbröseln. Marie servierte mit dem Dessert-Bonsai ein Original des Café Bex, wenn auch in einer abgewandelten Version für die #SharedKitchen: «Normalerweise verwende ich für meinen Dessert-Bonsai Birnen. Die Kreation mit der Raisinée de Pomme war auch für mich etwas Neues», so die Köchin.



Inspirationen für eigene Rezeptideen


Auch die Gäste der #SharedKitchen durften sich an Maries Lieblingszutaten versuchen. Inspiriert durch ein Tasting der drei Produkte und verschiedener Food-Pairing-Kombinationen machten sich die Teilnehmer an die Kreation ihrer eigenen Interpretationen. Dabei reichten die Ideen vom gebratenen Hummer an einer Raisinée-Sauce bis zum dunklen Schokoladenbrownie mit Fleur de Sel und Verveine-Glacé. Am Ende kürten Marie und Nenad Sara und Morgan mit ihrer Rezeptidee – einem Federkohlsalat mit gerösteten Birnen und Butternut an einer Vinaigrette aus Walnussöl und Raisinée – zu den glücklichen Gewinnern.