Thoughtful Food – mit gesundem Menschenverstand einkaufen, kochen und geniessen.

Essen spielt in unserer Gesellschaft eine vielschichtige Rolle – einerseits ernähren wir uns, andererseits dient Essen dem Genuss und dem sozialen Austausch. Selten wissen wir jedoch, wo unser Essen herkommt, wie es verarbeitet wurde und wie wir nachhaltiger geniessen können.


Slow Food Youth ist eine kreative Gemeinschaft, die unter anderem aus jungen Produzenten, Köchen, Landwirten und Feinschmeckern besteht. Diese Gemeinschaft hat es sich auf die Fahne geschrieben, dem Essen, das auf den Schweizer Tellern landet, eine grössere Beachtung zu schenken. Slow Food Youth setzt sich dafür ein, eine bessere Lebensmittelzukunft zu schaffen und dabei unter anderem etwas gegen die enorme Verschwendung von Lebensmitteln zu tun.




Wir haben Laura Schälchli, Präsidentin von Slow Food Youth Zürich, für ein Interview getroffen und wollten von ihr wissen, wie sich Slow Food Youth konkret mit den Themen Essen und Gesellschaft auseinandersetzt. Wir begleiteten Laura an die «Reschtä-Rüschtetä» – eine Veranstaltung, die im Rahmen der Food Zürich 2017 stattfand und sich der nachhaltigen Resteverwertung widmete. «Die Reschtä-Rüschtetä ist ein Beispiel, an dem wir gut aufzeigen können, wofür Slow Food auch steht. Bei der Aktion verarbeiten wir Gemüse, das nicht mehr weiterverkauft werden kann, weil es nicht mehr den Normen entspricht – sprich Gemüse, dass noch frisch ist, aber zum Beispiel Prellungen aufzeigt oder ein bisschen welkt», erklärt Laura Schälchli. «Zum Essen eignet sich dieses jedoch noch wunderbar, würde im Detailhandel aber in Form von Food Waste im Abfall landen.» 


In der Schweiz werden so jährlich ca. zwei Mio. Tonnen Lebensmittel weggeworfen – das macht gemäss Studien etwa ein Menü pro Person pro Tag aus. Slow Food Youth sieht mit Aktionen wie der «Reschtä-Rüschtetä» grosses Potenzial, der Gesellschaft einen Denkanstoss zu vermitteln. «Wir wollen, dass den Lebensmitteln, sei es im Herstellungsprozess oder auch bei der Verarbeitung zu Hause, mehr Beachtung geschenkt wird», so Schälchli. Es sei wichtig, dass man sich bewusst sei, wie ein Produkt hergestellt werde – und das nicht auf einer Moralapostel-Ebene, sondern reflektiert im Gesamtverhältnis: Transportwege, Ressourcen-Einsatz und Kosten. «Wir sind uns zum Teil gar nicht mehr bewusst, was ein Lebensmittel kostet, denn was wir uns von den Grossverteilern gewöhnt sind, ist leider nicht der echte Preis», erklärt Laura Schälchli. «Wir möchten zeigen, dass wieder mehr bewusst genossen werden soll. Denn mit einfachen, qualitativen Lebensmitteln kann etwas so Schönes gekocht werden.» Gemäss Laura Schälchli gibt es viele Möglichkeiten, um selbst auch einen Beitrag gegen Food Waste zu leisten. Das Wichtigste sei aber, dass man sich wieder mehr Zeit nehme, zu kochen und gemeinsam zu geniessen!